Die Anderen

Integratives Jugendtanztheater Projekt 2005-2008

Das integrative Jugend-Tanztheaterprojekt Die Anderen von tanzwerk bremen beendete im April 2008 eine 3-jährige sehr erfolgreiche Projektphase. tanzwerk bremen hat gemeinsam mit Aktion Mensch dieses Projekt gestartet, um einen Raum für junge Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen, in dem sie Berührungsängste abbauen, sich öffnen und kreativen Ausdruck über Tanz und Theater finden können. Der gruppendynamische Prozess wurde über die Arbeit an einem gemeinsamen Thema angeregt.

In den 3 Jahren hat sich eine Gruppe von ca. 20 Jugendlichen zusammengefunden, die kontinuierlich miteinander geprobt und im letzten Projektjahr das Tanztheaterstück „4 Asse für einen Kuss“, ein modernes Märchen mit Live-Musik für Jugendliche und Erwachsene, erarbeitet hat.

Weitere Informationen über das neue Projekt Die Anderen Starter zum Thema „Lebenswege“ finden Sie Interner Linkhier.

Neele Buchholz ist eine der Teilnehmer/innen von „Die Anderen“ (2005-2008). Ihre Impressionen und Erfahrungsberichte finden Sie auf ihrer Externer LinkWebsite.


Das Ziel

Integration und Auseinandersetzung mit dem Thema „Anders–sein“ - Entwicklung eines Bühnenstücks, das an mehreren Veranstaltungsorten und bis ins Jahr 2008 hinein aufgeführt werden soll.

Das gemeinsame Ziel und die Auseinandersetzung mit Tanz und Theater eröffneten den Jugendlichen neue Erfahrungen mit ihrem Körper und ihren individuellen Grenzen und Ängsten. Die intensive Auseinandersetzung mit den aktuellen Jugend- und Gruppenthemen sowie die Kontinuität der Gruppe trugen dazu bei, den Jugendlichen ihre individuellen Stärken und Ressourcen nahe zu bringen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und eine Kommunikationsfreude und Kreativität zu entfesseln, die sicher auch in ihren Alltag mit hinein wirkt.

Das Fremde/Unbekannte wurde neugierig begrüßt und nicht voller Misstrauen abgelehnt. Offen für neue Situationen und Konstellationen zu sein ermöglicht vor allem in der Improvisation ganz neue Wege, die für die Entstehung des Märchens "4Asse für einen Kuss" bestens funktioniert hat.



Die "Anderen"

Eine Gruppe, die zusammenhält, sich gegenseitig unterstützt und inspiriert.
Eine Gruppe, die still und laut sein kann, kraftvoll und zart.
Eine Gruppe, die Berührungsängste überwunden hat.
Jungen und Mädchen, die sich für eine gemeinsame Sache begeistern.
Eine Gruppe, die vieles hinterfragt.
Eine Gruppe, in der alle ihren Platz gefunden haben und immer wieder neu finden können.
Eine Gruppe, die Freude und Kraft hat, sich auszuprobieren.
Eine Gruppe, die sich jetzt der Öffentlichkeit in ihrer Natürlichkeit zeigt.



Der Weg

Die Teilnehmer haben sich im ersten Projektjahr mit Improvisation (Basis für den künstlerischen Ausdruck und Erweiterung der Ausdrucksformen) und diversen Techniken für Theater und Tanz beschäftigt. Gruppendynamische Prozesse, seinen Platz finden, eigene Ressourcen entdecken und erkennen, waren immer wieder Thema.



Eine Methode

Das „Begleitende Spiel“ wurde zu einem Schlüssel der Integration, die wir am Ende des ersten Jahres erleben durften. Es bedurfte einer Zeit des Übergangs, bevor wir wirklich in Kontakt kamen. Nach und nach kristallisierten sich Mittel und Wege hinaus, um einen Kontakt herzustellen und Anregungen zu vermitteln.

Im „Begleitenden Spiel“ stellt der Spieler ohne Behinderung sein gesamtes Potenzial zur Verfügung, öffnet sich auf Spielangebote seines Partners, ohne dabei seine eigenen Bedürfnisse völlig zurückzustellen. Der Spieler ohne Behinderung ist eine Person, die innerlich eine Verbindung, ein Lauschen zu dem Mitspieler mit Behinderung aufgebaut hat. Daraus ergibt sich ein Vertrauensverhältnis, durch das in der freien Improvisation ein Schlüssel zu den tiefen Ressourcen eines Menschen gefunden werden kann.

 


Auszeichnungen

Im Jahr 2007 wurden „Die Anderen“ mit dem Eva-Seligmann Förderpreis aus-gezeichnet und  erhielten den 1. Preis der Weserterrassen-Stiftung für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit.  Am 5. Februar 2008 wurde das Projekt von der start Jugend Kunst Stiftung Bremen als Projekt des Jahres 2007 mit 5.000 Euro ausgezeichnet.